10 Kommentare zu «Wirkt «QE» in Europa?»

  • Roland K. Moser sagt:

    Das Problem ist, dass man nur Wirtschaftswachstum haben kann, wenn immer mehr konsumiert wird. Also muss der einzelne immer mehr konsumieren oder die Bevölkerung wachsen oder beides.
    Und das allergrösste Problem: Niemand versteht, dass das gar nicht möglich ist.

    • Michael Stöcker sagt:

      Den Unternehmer interessiert eigentlich nur der Gewinn. Und der ist in einer Zahlungswirtschaft (nur Volkswirte leben noch in einer Tauschwirtschaft) monetärer Natur. Wir brauchen also in gesättigten Märkten nur noch ein gegen null laufendes reales Wachstum mit zwei Prozent nominalem/inflationärem Wachstum. Binswanger hatte dies in seinem Buch „Die Wachstumsspirale“ klar beschrieben. Und genau aus diesem Grund benötigen wir QE for the people. Ich nenne das ganze Citoyage; also eine Seigniorage für den Citoyen.

      LG Michael Stöcker

    • Michael Stöcker sagt:

      So können zumindest die monetären Bäume in den Himmel wachsen, ohne den destruktiven realen Wachstumszwang, den unser aktuelles Geldsystem ausübt. Alle 120 Jahre (bei 2 % Inflation) kann man dann die Währung um eine Null am Ende bereinigen, damit die Zahlen nicht zu unübersichtlich werden.

      LG Michael Stöcker

    • Taric Trent sagt:

      Es muss die aufgewandte gekaufte Arbeit wachsen, die gesamte Wertsumme, das Inlandprodukt.“Das Kapital ist verstorbene Arbeit, die sich nur vampirmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt.“ (Marx) „Aber ob sie (das Wachstum) wirklich gedeihen, hängt von Faktoren ab, auf die eine Notenbank keinen Einfluss hat.“

    • Linus Huber sagt:

      @ Roland

      Sie sprechen einen Aspekt an, welcher oft zu fehlerhaften Schlüssen führt. Quantitatives Wachstum, welches anhand des BIP/GDP von Regierungen zwecks Proklamation ihrer „guten“ Politik verwendet wird, unterscheidet sich von qualitativem Wachstum, welches darin besteht, dass mit immer weniger Aufwand ein immer besseres Resultat erzielt (Produktivitätssteigerung) und damit die Kaufkraft respektive das Wohlbefinden der Gesellschaft erhöht wird. BIP/GDP sagt wenig über das Wohlbefinden der Bevölkerung aus, denn es handelt sich einzig um eine mengenmäßige Messung, welche zusätzlich leicht manipulierbar ist (z.B. fällt heute viel mehr unter das BIP als vor 50 Jahren).

  • Michael Stöcker sagt:

    Nein, QE wirkt nicht in Europa. Dies liegt aber nicht an QE, sondern an der fehlenden fiskalischen Unterstützung. Dazu ein kurzes Zitat von den zwei monetären Schwergewichten Cechetti und Schoenholtz: „The irony is that an entrenched deflation also can undermine the independence of a central bank, because it may not be feasible to restore price stability without support from the fiscal authority.” http://www.moneyandbanking.com/commentary/2015/11/9/learning-from-japan-its-hard-to-end-a-deflation

    LG Michael Stöcker

  • Josef Marti sagt:

    Infolge der ausserordentlichen Situation mit dem Flüchtlingschaos und den Anti Terrormassnahmen werden verschiedene Euroländer die Maastricht Kriterien wegen explodierender Staatsschulden und Haushaltsdefizite massiv verletzen. Es folgt also eine Politik der Monetisierung von Staatsschulden um den Währungsabwertungskrieg weiter anzuheizen.

    • Michael Stöcker sagt:

      Eine Monetisierung von Staatsschulden ist so oder so unausweichlich; insbesondere dann, wenn die Eurozone erhalten bleiben soll. So schnell hatte Adair Turner wohl noch nie geantwortet: https://www.youtube.com/watch?v=OnB18YHA5AU Minute 1:17:30. Mit der Flüchtlingskrise hat das unverantwortliche Insistieren auf der schwarzen Null nun hoffentlich ein Ende. Das ist aber auch der einzige Lichtblick bei diesem Drama: http://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/bitteres-zwischenfazit/

      LG Michael Stöcker

    • Linus Huber sagt:

      @ Josef

      Vergangene Tabus fallen eins nach dem andern und zwar nicht weil das dahinterstehende Prinzip nicht verstanden wird, sondern weil es für die zentralistisch orientierten Bürokraten keine Alternative mehr gibt, respektive sie das System derart an die Wand fuhren, dass jede andere Handlungsweise inakzeptable Probleme kreiert. Wenn man grundlegende Prinzipien einfach aus Effizienzgründen über Board wirft, sind die Folgen die natürliche Konsequenz; einzig der zeitliche Ablauf ist nicht voraussehbar. Wer von uns würde keinem echten Flüchtling helfen? ich bin überzeugt, dass diese altruistische Qualität besteht, jedoch wurde diese Aufgabe leider den Regierungen übertragen ….