58 Kommentare zu «Die Achillesferse Europas»

  • Jürg Wehrlin sagt:

    Das ganze Gedöns lenkt von der wirklich grössten Gefahr für Europa (nicht für die EU) ab. Den Islam!

  • Nadine Binsberger sagt:

    „Fehlende Produktivität“ und so… ich kann das nicht mehr hören! Wir stecken immer noch im selben „Problem“ fest, das sich seit 40 Jahren ankündigt und seit 2008 nicht mehr aufschiebbar ist: es gibt kein „echtes“ Wachstum mehr. Das ist kein „Problem“ sondern die beste Nachricht seit Menschengedenken: es herrscht Wohlstand. Mehr als das: Überfluss. Wachstum war wichtig und notwendig, solange es noch Mangel und Entbehrung gab. Heute ist es aber überflüssig, weil es allen gut geht. „Fehlende Produktivität“, „schlechte Konsumentenstimmung“, etc. sind nur Ausdruck davon, dass wir (mehr als) alles haben. Einzige Ausnahme: die die kein Geld haben, um ihre Bedürfnisse am Markt zu…

    • Nadine Binsberger sagt:

      Fortsetzung von Binsberger um 03:10: (…am Markt zu…) artikulieren.

      • Hagemann Marcel sagt:

        Es geht nicht allen gut in Europa Frau Binsberger, viele können Bedürfnisse am Markt und in anderen Bereichen nicht artikulieren. Seit 2007 haben wir die grösste Krise seit den 1930er Jahren mit allen Folgeerscheinungen wie etwa der politischen Polarisierung und es wird ersichtlich, wie schädlich das Primat der Wirtschaft/Banken über die Politik sein kann. Zurzeit muss Europa genügend stark werden, um sich von den USA zu emanzipieren.

  • Linus Huber sagt:

    Warum soll man produktiver sein, wenn der Staat problemlos sich verschulden resp. Bonds auflegen kann, welche schlussendlich auf der Bilanz der EZB landen, womit die Zinsen künstlich tief gehalten werden? Warum sollen wir uns ein Bein ausreissen, wenn die Regierung sich für unser aller Wohl verantwortlich zeichnet? Kollektivismus beinhaltet neben den als hochgejubelten und verständlichen guten Absichten eben auch den Kern der eigenen Zerstörung in sich. (The road to hell is plastered with good intentions)

    • Marcel Senn sagt:

      Linus: Weil sonst der Club Med vemutlich schon zahlungsunfähig wäre und es zu Massenverelendung, Unruhen oder sogar Bürgerkriegen käme – aber das interessiert Sie als Vulgärdarwinist ja nicht wirklich. Für Sie zählt nur dass Ihr Freiheitsbaum von Zeit zu Zeit genügend Blut von Patrioten & Tyrannen bekommt.
      .
      Dass die Anleihenankäufe resp. der dadurch erweiterte Kreditrahmen der Geschäftsbanken nicht den gewünschten Investitionschub bekommt liegt einerseits dran dass die europäischen Wirtschaften „ausgewachsen“ sind oder die zunehmende EK-& Vermögensungleichheit immer mehr durchschlägt. Von dem her kann vermutl. nur noch Helikoptergeld an kaufkraftschwache Schichten einen Schub bringen

      • Linus Huber sagt:

        Frage: Warum soll man produktiver sein, …?

        Antwort: Weil sonst der Club Med vemutlich schon zahlungsunfähig wäre …

        Reflexartige Verteidigung des sich immer weiter steigernden Interventionismus‘ um zeitlich das Unvermeidbare, jedoch in der Wirkung immer potenter werdendes Problem der gesellschaftlichen Auseinandersetzung, zu verschieben.

        • Nadine Binsberger sagt:

          @Huber 21:51: Vielleicht sollten auch Sie ein bisschen weniger „intervenieren“ und dafür ein bisschen mehr „Laisser-Faire“ walten lassen. Zurücklehnen und das Schicksal vertrauensvoll in die unsichtbare Hand legen – es wird schon gut kommen! Also ich habe damit viel Erfahrung gesammelt, v.a. auf der Autobahn. Mittlerweile weiss ich schon gar nicht mehr, wozu es überhaupt ein Steuer(!)-Rad braucht. Wichtig ist die Einstellung: nur ja keinen Plan (!) machen, wo man hinwollen könnte. Man wird sonst nur enttäuscht. Da wo man ankommt, ist da, wo man hingehört 😉

          • Linus Huber sagt:

            Netter Versuch, Nadine. Es geht nicht um Planung per se, sondern zu welchem Ausmasse die individuelle Planung, welche unter Berücksichtigung der unmittelbaren Umgebung erfolgt, durch zentralistische Planung ersetzt wird, respektive die persönliche Verantwortung aufgeweicht wird und andere mit oft hochfliegendem Idealismus jedoch auch leicht verständlich aus selbstdienenden Motiven handelnd mit ihrer Planung eine immer stärkere Machtkonzentration anstreben. Alles hat seine Grenzen, wie die reaktionären Bewegungen (z.B. Brexit) demonstrieren, indem sich zentrifugale Kräfte melden.

        • Marcel Senn sagt:

          Linus: Irgendwann sind die meisten Produkttivitätsteigerungspotentiale ziemlich ausgelutscht. Gäbe es noch genügend Möglichkeiten frisches Geld in grossen Mengen in die Produktion zu stecken, so wäre Draghis Strategie mit der Geldschwemme schon längstens angesprungen — ist sie aber nicht.
          .
          Dass Sie aufgrund Ihrer doch etwas asozialen Doktrin alles vor die Hunde gehen lassen würden ist mir inzwischen schon klar, aber auch eine solche „Lösung“ würde vermutlich nur zu einer längerfristigen Depression führen – da sind doch Draghis verzweifelte Versuche fast noch sympathisch dagegen selbst wenn er uns auch nur noch ein paar nette Jahre mehr schenkt bevor alles an den A… geht.

          • J. Kuehni sagt:

            @Senn. Nicht vergessen: Wenn sich dann die Trümmer- und Leichenhaufen wieder einmal genügend hoch aufgestapelt haben, können die Überlebenden (sofern vorhanden) das Wachstums-Spiel wieder von vorne beginnen (vielleicht sogar – im Sinne von L.H. – unter den „total“ dezentralisierten Bedingungen einer Neo-Steinzeit). Bin allerdings ziemlich sicher, dass deren Regulierungsprinzip nicht viel mit „Laisser faire“ am Hut haben wird…

          • Linus Huber sagt:

            Marcel

            Ja sicher doch, die kurzfristige Betrachtungsweise hat uns schliesslich in diese Grube geführt, wo sich immer mehr einzig schlechte Lösungen anbieten. Also warum nicht weiter so …

        • G. Nardone sagt:

          @Linus Huber:

          Die EU-Austeritäts-Politik war doch eine ‚Intervention‘ und die hat nicht die „unvermeidbare, jedoch in der Wirkung immer potenter werdendes Problem der gesellschaftlichen Auseinandersetzung“ verschoben, sondern geradezu noch mehr angestachelt.

          • Linus Huber sagt:

            Ich weiss nicht genau was Sie mit angestachelt meinen. Ja, es ist notwendig, dass die Probleme in einem gesellschaftlichen Diskurs angesprochen und thematisiert werden und nicht einfach von ein paar Bürokraten die Gewinner und Verlierer bestimmt werden.

      • Nadine Binsberger sagt:

        @Senn 20:19: Ihren letzten Satz finde ich absolut zentral und die Realität treffend. Wachstumspotenzial gibt es nur noch bei denjenigen, die heute noch zuwenig Geld haben, um ihre Bedürfnisse am Markt zu artikulieren. Aber allerspätestens wenn dieses Wachstumspotenzial auch noch ausgeschöpft sein wirtd, müssen wir eine Wirtschaftsform erfunden haben, die auch ohne Wachstum klarkommt. Die wachstumsorientierte Ökonomie war hilfreich, um alle möglichen ökonomischen Notsituationen zu überwinden. Sie ist aber absolut ungeeignet, um diesen wunderbaren Zustand zu erhalten, wenn er mal erreicht ist.

        • Marcel Senn sagt:

          Binsberger: Zumindest in den meisten OECD Ländern braucht es primär Wachstum um die Zinseszinsen und die Schulden zu bedienen – die sich ja nach wie vor meistenorts von historischem Höchststand zu neuen Höchstständen angeln. Zuerst müssen wir mal aus der Spirale wieder rauskommen – denn die Schuldenzunahme ist in absoluten Werten immer noch höher als das Wirtschaftswachstum. Erst wenn dieser Brocken aus dem Weg geräumt ist (mit Abstottern und Zurückzahlen wird das vermutlich nie klappen – ev. mit einem riesigen Crash) kann man nach neuen Modellen weiterschauen.

          • Josef Marti sagt:

            Das mit dem aus den Schulden herauswachsen dürfte wohl definitiv Wunschdenken bleiben. Man darf gespannt sein welche der 3 Optionen (abgesehen von einem umfassenden Krieg was zum selben Ergebnis führt) und wie stark zum Zug kommen werden: Inflation, Schuldenschnitt, Wegbesteuerung der Vermögen.

  • jcslux sagt:

    Italien hat eine gut positive Leistungsbilanz, also kann es nicht so schlimm sein
    Frankreich ist da schon schlechter dran
    UK ist aber richtig schlecht, das fliegt denen auch noch um die Ohren

    • Linus Huber sagt:

      Sie haben hier auf einen wichtigen Punkt hingewiesen, der eigentlich sagt, dass Italien sich in einer bedeutend besseren Ausgangslage befindet, der EU den Mittelfinger zu zeigen. Mal sehen wie erfolgreich die Movimento 5 Stelle sein wird.

      • Marcel Senn sagt:

        Linus: Die CH hat ja auch eine positive Leistungsbilanz — gesamt und auch nur mit der EU und jetzt noch die NEAT usw usw…
        .
        Wir werden ja bald sehen (im Feb. 2017), ob wir der EU auch den Mittelfinger zeigen können und ob das wirklich erfolgreich sein wird…
        Nach dem Brexit Debakel wird Brüssel vermutlich keine Rosinenpickerei mehr zulassen, so wie Bundesbern leider vom Volch dazu verdammt ist, genau eben dies zu tun.
        Und sollte ein allfälliger Wegfall der Bilateralen dann eben doch nicht so schmerzfrei sein, wie uns die MEI-Verursacher inzwischen versuchen zu „beruhigen“, dann wird sich das Volk hoffentlich an den alten Mann zu Herrliberg erinnern, der uns das eingebrockt hat!

    • G. Nardone sagt:

      @jcslux:
      Eine positive Leistungsbilanz des Einen bedeutet eine negative des Anderen, sie bedingen sich, geht nicht anders, ausser man fälscht die Buchhaltung. Also können die Italiener die Franzosen dafür danken, dass diese ihre Defizite erhöht haben und es so den Italienern u.a. ermöglichen positive Leistungsbilanz & Wachstum zu haben.

      Was UK betrifft:
      Die Import-Defizite England’s finanzieren diese mit ihrer eigenen Währung. Also die BMW’s & Audis aus harter, deutscher & mit ‚Lohnmoderation‘ kompensierter Qualitäts-Arbeit bezahlt die UK mit Pfund das sie selbst drucken können zum Nulltarif. Also einen besseren Deal für sie gibt es kaum.

  • G. Nardone sagt:

    Die Arbeitsmarktreform ‚jobs act‘ bringt rein gar nichts, hingegen hat der Artikel wohl Recht damit, dass die Probleme ‚harte Währung‘ & Produktivität sind.
    – Harte Währung:
    Nicht die Währung ist das Problem, sondern zu hohe Lohnstückkosten im Verhältnis zu anderen Wettbewerbern, vornehmlich Deutschland das ABER zu tiefe Lohnstückkosten hat.
    Lösung: Angleichung der Entwicklung der Lohnstückkosten unter Einbezug der Einhaltung des Inflationsziels von 2%, denn längerfristig bestimmen Lohnstückkosten die Inflation.
    – Produktivität:
    Problem sind unterdurchschnittliche staatl. Investitionen in R&D in Italien, aber dafür bräuchte es höheres Defizit als von EU bei 3% abgeriegelt.

  • Donat Fenner sagt:

    In Italien kann man immer noch mit 42 Jahren in Pension gehen. Eine Bekannte von mir kennt ein Französin die Krankenschwester ist und 3 Kinder hat. Sie kann daher jetzt mit 28 (achtundzwanzig) Jahren in Pension gehen!

    Da braucht man nicht Ökonom zu sein um zu merken dass das nicht funktioniert.
    Zieht man daraus seine Lehren? Nein! Das Volk streikt einfach und wartet auf bessere Zeiten, die so nie kommen werden und die Regierungen drucken einfach Geld und hoffen auf einen Aufschwung der so nie kommen wird.

    Gute Nacht Europa! Wenn wir aufwachen sind die Chinesen da und dann ist es zu spät.

    • Marcel Senn sagt:

      Fenner: Ist das nicht etwas eine Märlistunde, die Sie uns hier auftischen Herr Fenner???

      http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/03_zeitschriften/rv_aktuell/2015/heft_2.pdf?__blob=publicationFile&v=3

      In der italienischen Rentenreform sehen die Pensionsalter doch etwas anderes aus…

    • Josef Marti sagt:

      Wenn schon muss man es machen wie die orthodoxen Juden, die lassen sich offiziell von der Regierung als schwachsinnig etikettieren damit sie weder arbeiten noch ins Militär müssen, dafür werden sie für die Talmud Schule angemeldet, damit sie den ganzen Tag Zeit zum Pimpern haben, und die 15 Inzucht Kinder werden durch den Staat durchgefüttert und müssen wegen Schwachsinn wiederum nicht ins Militär. Das geht auch so lange bis die Chinesen diesem Un(In-)Zucht Treiben ein Ende setzen.

      • Marcel Senn sagt:

        Marti: Die haben den Trick draussen, wie man sich um fast alles drücken kann und den ganzen Tag Zeit hat zum pimpern – Religion sei dank! Gut besonders beliebt sind die ja in Israel auch nicht wirklich. In der CH hätte die SVP schon längstens eine Sozialschmarotzerkampagne gestartet – einfach mit bärtigen und bebrillten Zapfenlockenschäfchen

    • CB sagt:

      @Donat
      Ersetzt man das Wort Jahren mit Beitragsjahren, dann könnte der Beitrag stimmen. So aber definitiv nicht!

    • Marco Lombardi sagt:

      Stimmt nicht! Männer dürfen zum Beispiel seit 2012 erst mit 66 Jahren in Pension gehen. Die von Ihnen zitierten 42 Jahren sind vielleicht die Beitragsjahre die man mind. vorweisen muss für die Maximalrente. Italien hat eine Implizite Staatsverschuldung die einiges besser ist als die der Schweiz oder Deutschland, bitte gerne googeln: zum Beispiel NZZ vom 24.06.2016. Da hat Italien eine Explizite Staatsverschuldung von 132 minus Implizite Staatsverschuldung von -75 = Gesamtschulden von 57%. Deutschland kommt auf 149 % !!!

      • Josef Marti sagt:

        Soso, bei Ihnen ist die implizite in der expliziten schon enthalten resp. die explizite ist ein Phantom. Die beste implizite Staatsverschuldung hat Somalia. Negative implizite Staatsschulden hat nur die CH weil 2. und 3. Säule nicht gegenüber dem Staat sondern gegenüber privaten Vorsorgeeinrichtungen bestehen.

  • Anh Toàn sagt:

    Also ich sehe nach Grossbritannien, nicht weil sich dort die Zukunft der EU entscheidet, aber die Zukunft Grossbritannien entscheidet sich dort. Klar kann man fragen, wie lange sich Renzi noch halten kann, die Frage, wann UK wieder eine funktionierende Regierung hat, erscheint mir nun mal deutlich aktueller. Klar wird die EU eines Tages untergehen, der EUR auch, die Wahrscheinlichkeit, dass es in 3 Jahren kein Vereinigtes Königreich mehr gibt, Staatsbankrott von UK, erscheint mir deutlich grösser.

    • Josef Marti sagt:

      Mit einer eigenen absackenden Währung brauchts keinen Staatsbankrott weil mit sinkendem Lebensstandard auch die Staatsquote irgendwann mal auf Niveau Entwicklungsland fällt. Schon bisher ist das Gesundheitswesen haarsträubend. Die Briten wollen einfach ihre Ausländer loswerden indem sie das Niveau soweit absenken dass niemand mehr kommt, dann können sie ungestört beim Saufen im Delirium ihre Darts Veranstaltungen bejubeln, mehr wollen die gar nicht.

      • Rolf Zach sagt:

        Die Engländer können ja die Polen fortjagen, aber immerhin waren es polnische Flieger, die zusammen mit ihren englischen Kollegen aus der Mittelklasse erfolgreich gegen die Deutschen waren in der Luftschlacht 1940, während die Adeligen sich aus den Kreisen von Churchill vornehm zurückhielten. Es besteht keine grosse Differenz zwischen ihnen und uns Normalos. Ich habe viele sympathische Leute in England kennen gelernt. Was aber eindeutig ist, England besitzt eindeutig die arroganteste Oberschicht von ganz Europa.

        • Anh Toàn sagt:

          England besitzt die arroganteste Oberschicht von ganz Europa und die primitivste Unterschicht. Die, welche nicht mal richtig englisch können: „I says, we woz unlucky“. Wenn die Briten die Polen forttreiben mittels Wie sagte die Polin, welche in London arbeitet: Ich habe noch immer einen EU Pass, aber die Briten tun mir leid, die können nirgendwo mehr hin.

          • Anh Toàn sagt:

            Wenn die Briten die Polen forttreiben mittels Austritt aus dem Binnenmarkt, können die Briten im europäischen Arbeitsmarkt mit den Indern, den Tunesiern oder den Vietnamesen anstehen. Für die Oberschicht mit Eliteschule kein Problem, aber für die „Chalet Girls“ die Barmen, die Rausschmeisser, die DJ’s in den europäischen Clubs in Verbier oder Magaluf, ist eine europäische Arbeitsbewilligung unerreichbar.

          • Johnny Smith sagt:

            „England besitzt die arroganteste Oberschicht von ganz Europa und die primitivste Unterschicht.“

            Und das von einem, der immer das Gefühl hat, er kämpfe gegen Populismus…

          • Josef Marti sagt:

            Die Briten sollten es vielleicht machen wie die Portugiesen, sich rekolonisieren lassen durch die eigenen früheren Kolonien.

          • J. Kuehni sagt:

            @Marti: Wie wärs mit einem neuen Eroberungszug der Frogs?

            „Flanby der Eroberer“…

          • J. Kuehni sagt:

            @ J.S. Anh Toan hat recht. Das krasse Kastensystem hat in England die Moderne tatsächlich überlebt, weil es im Unterschied zum Feudalismus auf dem Kontinent Immer durchlässiger war. Die britischen Provinzbarone sind deshalb auch die ersten, die sich vom neuen römischen Reich wieder lossagen, so können sie die lokalen Untertanen besser durchnudeln.

          • Johnny Smith sagt:

            @ J. Kuehni

            Es gibt natürlich Unterschiede zwischen verschiedenen Gesellschaften und ich kenne mich mit England absolut nicht aus. Es ist aber schon bezeichnend, dass AT (vordergründig) gegen Populismus schimpft, selber aber seinem EU(R) Verteidigungsreflex nicht widerstehen kann und kein Deut besser ist.

            Ich bin der Meinung, dass die Political Correctness heute zu viel Gewicht hat bei uns, insofern kann AT über die Engländer behaupten (fast) was er will, er sollte es aber als seine Meinung und nicht als Tatsache hinstellen.

        • Mike sagt:

          Mein Bekannter Lord XX, hat von 39 bis 46, von Burma bis Berlin gekämpft. Sein Sohn, geboren 1940 hat den Vater bis 1946 nicht gekannt, nicht akzeptieren können. Vielleicht ist die Aussage über die Adeligen nicht wahr.

          • Marcel Senn sagt:

            Mike: Vielleicht auch nur ein ordinärer Vater-Sohn Konflikt wie er in allen gesellschaftliche Schichten passieren kann. Zumal der Vater als dauerkämpfender Militärkopf wohl den Sohnemann etwas zu kurz hat kommen lassen und vermutlich auch eher ein etwas reaktionärer Typ war – im Krieg verliert man schnell mal ein paar Schrauben am Kopf.

  • Josef Marti sagt:

    Wieso werden eigentlich in der CH BE und VS nicht endlich produktiver obwohl seit hundert Jahren mit einer harten Währung gesegnet? Genau das Gegenteil passiert, man bekommt jedes Jahr mehr aus dem Transfer- und Überschusstopf. Irgendwie sind die Politiker offensichtlich komplett bescheuert, man propagiert Produktivitäts- und Steuerwettbewerb und ein race to the bottom nur um dann mit der grossen Kelle umso höhere Umverteilungen für die Klientel zu machen.

    • Rolf Zach sagt:

      Vielleicht sollte man auch erwähnen, daß das Berner Schulwesen außerhalb der Stadt Bern, bis sicher 1980 eines der schlechtesten in der Schweiz war. Viele Kinder waren im Emmental und im Berner Oberland unterernährt und die Schule richtete sich nach den Forderungen der Landwirtschaft. Man kann dies an den Daten der Rekrutenaushebungen vor 80 Jahren nachsehen. Nun, dies ist eine lange Zeit her, aber die Zustände von damals haben ihre Auswirkungen bis heute.
      Welsche, die sich zur Aufnahme bei den französischen Eliteschulen melden, werden nicht wegen ihren ungenügenden Prüfungsresultaten akzeptiert, sondern wegen den Ausland-Kontingenten des französisch sprechenden
      Auslandes. Sagt auch…

  • Josef Marti sagt:

    Das nimmt mich jetzt aber schon wunder wie diese Theorie begründet wurde: Man verpasse einer Region oder einem Land eine harte Währung oder einen festen Wechselkurs, und das sorgt dann dafür dass die dort automatisch produktiver werden??

    • Sebastian Silius sagt:

      Da muss man doch nicht sehr weit schauen: Dieses Experiment machen unsere Finanz-Heinis mit der Schweiz doch schon seit langem!

      Unsere Währung ist im Prinzip für die Realwirtschaft viel zu hoch bewertet („hart“), und die Produktivität ist gezwungen zu folgen.

      Wobei mich auch einmal interessieren würde ob eigentlich wirklich die echte Produktivität bei uns hoch ist oder ob das durch eine grosse Anzahl von Finanzleuten künstlich hochgepusht wird: Die sind ja nicht wirklich produktiv, also durch Effizienz etc., sondern sie erzeugen nur „Gewinne“ durch geschicktes Hin- und Herschieben von anderswo erarbeiteten Gewinnen…

      • Rolf Zach sagt:

        Dies ist in der Schweiz ohne weiteres richtig. Der Schweizerfranken als Reservewährung der Reservewährung ist der wahre Köder für die ausländische Kundschaft der Schweizer Banken und nicht das Bankgeheimnis, dies haben UBS und CS durch ihr dämliches Verhalten in den USA vernichtet und nicht die EWS und nicht die Linken, wie Herr Matter als Nationalrat flächendeckend und seine übrigen Kollegen der Bank-Lobby mit der fanatischen Hilfe der Weltwoche und der freundlichen Hilfe der übrigen Presse verkündet. Es ist überdies verständlich, in dieser Richtung zu schreiben, man hat schliesslich Familie. 1.15 zum Euro können wir verkraften, aber nicht den Kurs von unter 1.10.

        • Rolf Zach sagt:

          Nun ist doch die Gretchenfrage, hat der Euro das Wirtschaftswachstum von Südeuropa gehemmt?
          In Spanien war dies eindeutig nicht der Fall oder man sagt durch den Euro wurden die Zinskosten im Gegensatz zur Peseta derart reduziert, daß eine Immobilien-Spekulation ausgelöst wurde, die schlußendlich in einer gigantischen Blase gleich wie in den USA in sich zusammensackte. Ist die spanische Industrie 2016 eine schwache Industrie und die US-Industrie viel stärker als damals. Die Exporte zeigen ein anderes Bild. Spanien hat ihre Marktstellung in der EU verstärkt und die Leistungsbilanz zeigt ein Überschuß, obwohl dies im € Gebiet nicht mehr so ausschlaggebend ist.
          Ohne € wäre die Sache…

    • Josef Marti sagt:

      Das geht besser umgekehrt wenn ich D anschaue. Man kann die Produktivität anheben mit Erhöhung der Arbeitslosigkeit und des Massenprekariates resp. schwache Erwerbsquote und gleichzeitigem Profitieren von einem schwachen Euro, was den Output im Export erhöht. Die CH war schon immer vergleichsweise produktiv und deshalb wie alle Überschussökonomien ein schlechtes Beispiel, diese haben sich ihre harte Währungen ja selbst eingebrockt weil sie seit jeher mehr produzieren als konsumieren. Wer dagegen seit jeher mehr konsumiert als produziert kann nicht per Dekret einer Einheitswährung einfach umgepolt werden.

      • Rolf Zach sagt:

        Was ist der größte Vorteil des Euro. Er ermöglicht eine Konjunkturpolitik à la Keynes zu betreiben, den für eine solche braucht es einen großen Binnenmarkt, ohne einen solchen droht die ganze Sache zusammenzubrechen und kann leicht in einer Inflation verpuffen, Lateinamerika ist ein treffendes Beispiel dafür. Dies war zu Lebzeiten von Keynes bereits schwierig in Europa zu finden, obwohl die Märkte noch keine solche Komplexität hatten wie heute. In einer Denkschrift der Deutschen Reichsbank (Tooze) wurde Hitler deutlich von einer Inflation gewarnt und es zeigt sich trotz Nazi-Gedröhne ein Verhalten in der Bevölkerung Richtung Inflation. Der deutsche Binnenmarkt war eindeutig zu klein.

      • P. Schmid sagt:

        In einer idealen Welt müsste demnach jedes Land einen Handelsbilanzüberschuss schreiben.
        Wenn jedes Land einen Handelsbilanzüberschuss hätte, wer würde dann eigentlich ein Defizit schreiben?
        Der Planet Mars?

        • Nicolaj sagt:

          @Schmid, tatsächlich gibt es aktuell Projekte um den roten Planeten zu besiedeln, ihre Frage kann also mit „Ja“ beantwortet werden. Allerdings stellt sich dann die Frage: Wie sieht es mit der Ökonomie auf dem Mars aus? Absorbiert der Mars dann einfach alle Handlungsdefizite der Erde? Wohin Exportiert der Mars? Auf den Merkur? Oder gar in eine andere Galaxie…? Andromeda Galaxie würde sich da sicher anbieten. Und da das Universum unendlich ist, findet sich immer jemand, der die Defizite ablöst. Sehen Sie, dass Problem ist gelöst!

      • G. Nardone sagt:

        @Josef Marti:
        – „weil sie seit jeher mehr produzieren als konsumieren. Wer dagegen seit jeher mehr konsumiert als produziert“
        Nein, es hat nicht damit zu tun, sondern dass Deutschland’s Wirtschaft einen viel grösseren Export-Sektor im Verhältnis zu ihrer Binnenwirtschaft, ihre Wirtschaft ist viel mehr auf Export angewiesen, nicht so die ital., weil sie eine viel grössere Binnenwirtschaft hat als Export-Wirtschaft. Aus diesem Grund brauchen diese Länder ziemlich untersch. Wirtschafts-/Inflations-/Lohn-Politik.

        • Josef Marti sagt:

          Sie bekommen wieder mal den 1. Preis für Tautologie, es gibt kein Land das auf Exporte angewiesen ist solange die Konsumquote stimmt, diese wiederum hängt va. von der Einkommens- und Lohnpolitik, aber auch von der Fiskalpolitik ab.

          • G. Nardone sagt:

            @Josef Marti:
            Nicht ganz, denn wie Sie sagen, höhere Konsum- hängt von höherer Lohnquote ab, diese wiederum verteuert die Produkte, es fragt sich dann ob die Konsumenten ihre verteuerte Produktion auch ganz absorbieren, wenn dadurch gerade die ausländische billiger wurde. Also kommt es zu vielen Entlassungen, und genau das glauben die Deutschen und auch die Schweizer, ausser man absorbiert diese Entlassungen wiederum mit einer neuen sagen wir ‚Industrie-Politik‘.

          • Josef Marti sagt:

            Die lange und kurze Frist ist auseinanderzuhalten. Steigende Löhne und Lohnstückkosten ergeben langfristig höhere Inflation, steigende Zinsen und damit eine Abwertung (genau der gegenteilige Effekt bei kurzfristigem Zinsanstieg und damit Aufwertung infolge Geldpolit. Massnahmen). Es bleibt den Konsumenten nichts anderes übrig als die Inlandprodukte zu „absorbieren“ weil der Import zu teuer wird. Selbstredend wird dieser Mechanismus durch fixe Kurse ausser Kraft gesetzt, sodass ohne Überschuss-u. Transfermechanismus das System kollabiert.

          • Josef Marti sagt:

            Dazu Varoufakis:
            Deficit countries offer higher rates and, in view of the fixed exchange rate, are very attractive for the excess money of the surplus states. But this causes a buildup of debt in the deficit regions that goes bad at the first sign of an economic downturn. It is, for this reason, one of the few things economists tend to agree on, that freedom of goods and money to travel unimpeded cannot be combined with fixed exchange rates, unless a political surplus recycling mechanism is also part of the deal.