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31 Kommentare zu «Das Drehbuch von Chinas Erfolg»

  • Wenn europäische Gelder afrikanische Fischer ruinieren sagt:

    […] Dabei gibt es schon lange eine Diskussion über bessere Rahmenbedingungen für Länder, die versuchen, ihre Wirtschaft zu entwickeln. Bereits im 19. Jahrhundert haben Ökonomen wie Friedrich List gezeigt, dass wirtschaftlich schwächere Länder beim Handelssystem temporär bevorzugt werden sollten. Der Erfolg der asiatischen Tigerstaaten nach dem Zweiten Weltkrieg beruhte unter anderem auf diesem Rezept (mehr dazu hier). […]

  • Maiko Laugun sagt:

    Zitat aus dem Beitrag: „China hat seine Internetmärkte weitgehend vor Konkurrenz aus dem Ausland abgeschottet (das hat natürlich nicht nur wirtschafts-, sondern auch innenpolitische Gründe, doch das ist ein anderes Thema). “

    Nein, das gehört zum gleichen Thema. Die interne Zensur westlicher Applikationen unterstützt(e) eben zusätzlich den Aufschwung der eigenen Wirtschaft (2 Fliegen erledigt mit einem Schlag) und sollte deshalb in die Diskussion einbezogen werden.
    P.S. Offensichtlich zeigt der von mir weiter unten zitierte Parteitag (strengere Online-Kontrolle) bereits Wirkung, denn offensichtlich wurde aktuell auch die westliche App. Skype zensuriert und gesperrt.

  • Hans Hödli sagt:

    Das absolut Dümmste was man machen kann ist fremdes Kapital reinzulassen und FW Schulden aufzubauen, das wurde ja jetzt schon unzählige Male exemplarisch erwiesen, als typisches Beispiel sei nur Argentinien genannt. Niemand schafft den Anschluss an die führenden Länder indem er durch ausländische Kredite in Besitz und Schuldknechtschaft genommen wird. Die Erfolgreichen wie Südkorea, Taiwan, China haben es gezeigt.

  • J. Kuehni sagt:

    Den F. List im fernen Osten hatten wir doch schon mal:

    https://blog.derbund.ch/nevermindthemarkets/index.php/34721/zu-unrecht-vergessen/

    Damals hiess der Huber noch Anton.

  • Hans Hödli sagt:

    Es geht nicht nur um Schutzzölle sondern auch um die nicht tarifären Handelshemmnisse die gepflegt werden müssen, genau gleich wie harte Kapitalkontrollen. Absolut entscheidend ist am Schluss dass eine eigene unabhängige Geldpolitik geführt wird, China hat das vorgemacht, die kommunistische Partei hat den Westen resp. besonders die USA derart in die Eier getreten dass die einen Trump wählen mussten. Es zeigt sich wieder mal, dass die Währung immer noch die stärkste Kriegswaffe ist.

    • Jan Svoboda sagt:

      @Hans
      ach was China hat niemanden in die Eier getreten, vielmehr hat die Fed und die US Konzerne den Amis in die Eier getreten. Der ganze Boom in Asien hat weder mit Arbeitssamkeit noch Geschäftstüchtigkeit der Asiaten zu tun, sondern ausschliesslich mit der jahrzehntelangen Zinssenkung der Fed und der damit verbundenen Auslagerung der Industrie nach Asien. Die Kreditblase hat sich über die ganze Welt ausgebreitet und die Länder mit billiger Arbeitskraft haben am meisten profitiert. Die Währungsmanipulation ist keine wirksame Waffe weil es alle betreiben und meistens funktioniert sie wie Boomerang. Das wird auch die SNB mal lernen müssen.

  • Maiko Laugun sagt:

    „..Wechat, der führenden Chat-Plattform in China (eine Art Whatsapp, aber deutlich besser), ..“

    Kann ich nur bestätigen. WeChat ist hier in China aus dem täglichen Leben (inkl. Business) nicht mehr wegzudenken. In jedem noch so kleinen Supermarkt, Restaurant und auch für private Taxis (analog Uber im Westen) wird mittels dieser App bezahlt. Es sind auch limitierte Geldüberweisungen von User zu User möglich. Zumindest für den normalen Gebraucht funktioniert diese App auch im Westen bestens.

    Wie sieht das im Heidiland aus? Dort ist man sich noch nicht mal einig, welches System man überhaupt einsetzen will. Und im Silicon Valley? Wird dort noch immer mit Checks bezahlt?

    P.S. Guter Artikel vom Autor!

    • Maiko Laugun sagt:

      Bei Taxibestellungen (analog Uber) sieht man schon vorher den Fahrpreis und kann online verfolgen, wie weit das Fahrzeug vom Bestellungsort entfernt ist.

      Gleichzeitig schlagen sich im Heidiland die alten Täxeler mit der neuen Konkurrenz gegenseitig die Köpfe blutig.

    • Anh Toàn sagt:

      „In jedem noch so kleinen Supermarkt, Restaurant und auch für private Taxis (analog Uber im Westen) wird mittels dieser App bezahlt. Es sind auch limitierte Geldüberweisungen von User zu User möglich.“

      Ist es bei uns, ohne Wechat, ein Problem? War das in China eines vor Wechat?

      Ist der Akku leer, kann man nicht mehr bezahlen. Aber das ist kein Problem, es ist mittlerweile ohnehin höchste Priorität in unserem Leben, die Ladung unserer Smartphone Akkus sicher zu stellen. Ohne Akku ist man tot, gesellschaftlich, wirtschaftlich, einzig biologisch vegetiert man noch.

      (Das haben bestimmt Papierliwender erfunden)

      • Maiko Laugun sagt:

        @Ahn: Ich sehe Ihre Punkte. Mehr als die Abhängigkeit vom Akku und überall gratis WiFi hier, stört mich mehr der Fakt, dass alle konstant 24h online sind, auch während dem Auto- oder Rollerfahrer. Nebst den Vorteilen, ist dies wirklich krank!

      • Maiko Laugun sagt:

        Jack Ma von Alibaba hatte zumindest in den Anfangszeiten gratis Computer in ländlichen Gebieten zur Verfügung gestellt, damit auch die älteren Menschen und solche, welche in ärmeren Gegenden wohnten, gemeinsam online bei ihm einkaufen konnten.

      • Anh Toàn sagt:

        @Maiko Laugun: Mit dem Telefon zahlen ist eine Lösung für ein Problem derjenigen, welche kein Bankkonto haben. Vermutlich die Hälfte der Chinesen. Fraglich erscheint mir, ob Bezahlapps eines Tages Bankkonti ersetzen. Sicher nicht, solange Banken von Einlagegarantie profitieren. Ich bezweifle, dass die mehr als Debitkarten ersetzen.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Ahn: Chinesen haben alle ein Bankkonto und die Applikation WeChat wird hauptsächlich ab diesen gefüttert. Es ist nur eine praktische Zahlungsmöglichkeit, eben im Sinne von „Debitkarten“ und natürlich keine neue Währung.

  • J. Kuehni sagt:

    „Erstens: Abbau von Handelshemmnissen im Inland. Zweitens: Aufbau einer modernen Transportinfrastruktur. Drittens: Schutzzölle gegen aussen“

    Und viertens: Die Bildung eines substanziellen Binnenmarktes, für den sich die Entwicklung von Parallel-Produkten zu Google etc. lohnen würde. China ist eben auch gross. Die EU auch, die Schweiz nicht.

    • J. Kuehni sagt:

      Die EU-Mitglieds-Nationalstaaten haben es versäumt, den Service-Sektor zu europäisieren, drum fordern wir „La France d’abord, ‚Schland über alles, die Schweiz den Schweizern etc.“ vornehmlich auf US-kontrollierten, sozialen Medien, suchen unsere alternativen Realitäten per Google und streamen zur Entspannung (nach dem Sesselfurz-Politaktivismus) die neuste Netflix-Serie. Tja.

  • M. Stadelmann sagt:

    Abbau von Handelshemmnissen nützt immer den Starken. Die USA gehören in vielen Bereichen nicht mehr zu den Starken, darum ist Trumps Versuch neue Handelshemmnisse aufzubauen absolut verständlich, logisch und auch richtig.

    • J. Kuehni sagt:

      Und die Amis könnten ja vielleicht sogar eine gewisse Autarkie aufbauen, nicht wahr (die Frage dabei wäre bloss, auf welchem Niveau). Immerhin haben die (fast) einen ganzen Kontinent zur Verfügung. Bei gewissen Inselstaaten (mit und ohne Meer rundherum) sieht es da leider ein wenig anders aus.

      • Reto Stadelman sagt:

        Das tut es in der Tat. Und das ist auch der Grund, warum die EU durchaus eine gerechtfertigte Institution ist. ABER diese Institution muss ihre eigenen Grenzen eben auch wieder schützen und nicht zum Handlanger der internationalen Konzerne verkommen denen der Shareholdervalue über alles andere geht.

        • J. Kuehni sagt:

          Nun raten Sie, wer sich gegen einen gemeinschaftlich (zentral!) organisierten und finanzierten EU-Grenzschutz (wegen der eifersüchtig gehegten „Souveränität“) stets bis aufs Blut gewehrt hat.

          Taking back Control und so…

  • Peter Aletsch sagt:

    Die Abschottung und Eigenentwicklung im Bereich der informationsbezogenen Industrie ist einfacher bei völlig unterschiedliche Sprachen und Mentalitäten. Die Hauptfrage ist: wird China je den ‚Heimatschutz‘ völlig aufgeben?

    • Maiko Laugun sagt:

      @Peter Aletsch: „wird China je den ‚Heimatschutz‘ völlig aufgeben?“

      Ich glaube nicht, dass die das sehr schnell tun werden. Das sieht man an folgender Tatsache: Chinesen können weltweit (vor allem im Westen) Firmen aufkaufen. Umgekehrt geht das nicht. Es bestehen nur steuerliche Anreize für den Kapitalimport/Firmengründungen durch Ausländer in China, deren Gewinne (sofern sie überhaupt welche generieren können) durch die Kapitalverkehrskontrolle eingeschränkt fast nicht mehr ausser Landes gebracht werden können.

      • J. Kuehni sagt:

        Ideologien zersetzen sich langsam, Herr Laugun, darunter auch die westlich-neoliberale „Laisser-Faire“-Doktrin gegenüber Freihandel, Kapital- Knowhow- und Technologietransfer.

        Trotzdem: Merkantilismus hat eine kurze Halbwertszeit. Das wird auch China feststellen müssen…

        • Maiko Laugun sagt:

          @J. Kuehni: Das glaube ich Ihnen.

          Was ich nicht verstehe, ist, ob und wie China sich von anderen unterscheidet und was dies langfristig für ökonomische Konsequenzen haben wird, denn die Partei (darunter der Staat) sind faktisch allmächtig und wollen das auch bleiben. Genau dies wurde am kürzlich stattgefundenen Parteitag auch deutlich zum Ausdruck gebracht.

          Erworbenes Land geht automatisch nach 70 Jahren an den Staat zurück. Dem Staat gehören faktisch alle Banken, strikte Kapitals-Verkehrskontrolle etc. etc.

          Kann mir vorstellen, dass die versuchen werden, bis anhin bestehende Theorien ausser Kraft zu setzen und neue zu definieren, gerade weil die allmächtige Partei eben sehr flexibel ist, da alles entscheidend. Ob das gelingt, ist natürlich eine andere Frage.

        • Maiko Laugun sagt:

          Als ein Detail: Die Armee ist direkt der Partei unterstellt und steht in erster Linie zum Schutze dieser – und nicht für den Staat oder das Volk.

  • Peter Aletsch sagt:

    Was hat das zu tun mit Landwirtschaft? Bedeuten Subventionen Abschottung? Ist nicht die List’sche Abschottung Subvention? Schwach subventioniert (bis 10%): Argentinien, Australien, Brasilien. Mittel subventioniert (17 bis 37%) USA, EU. Stark subventioniert (>40%) Südkorea, Schweiz, Japan, Norwegen. Merksch öppis?

  • Martin Vischer sagt:

    Und was machen wir? Wir schotten unser Land im Bereich der Landwirtschaft ab und erreichen damit genau das Gegenteil. Ohne den Willen, auf dem Weltmarkt bestehen zu können, hilft kein Protektionismus.

    • Anh Toàn sagt:

      Was soll denn von Tencent auf dem Weltmarkt bestehen?

      Warum kauft Tencent 5% von Tesla? Wenn die an die Weltmarktfähigkeit der chinesischen Industrie (BYD) glauben, sollten die doch entsprechend investieren?

      Kann man Marketingmaschinen wie Facebook, Google etc. tatsächlich mit industrieller Produktion vergleichen? Wie soll man in einem geschützten Markt auf ungeschützten Märkten zu bestehen, wenn der Erfolg da eben nicht mehr darauf beruht, eine komplexe materielle Infrastruktur (Verkehr, Energie) erstellt zu haben, sondern es nur noch um Marketing geht?

      • Anh Toàn sagt:

        Was ist denn an Tesla innovativ? tesla hat erkannt, dass auch elektrisch angetrieben Autos Emotionen wecken müssen: Wer träumte denn von einem Prius? Wer will denn ein grässliches Auto? Vernünftig ist kein Auto. Tesla verkauft unvernünftige, emotionale, sexy Produkte und gleich noch die Absolution dafür: Einen Tesla fahren demonstriert mehr Umweltbewusstsein als kein Auto zu fahren, weil letzteres fällt ja nicht auf. Tesla ist nichts als Marketing. Aber die moderne Wirtschaftswelt ist nichts als Marketing.

        • Peter Aletsch sagt:

          „Tesla ist nichts als Marketing.“ Ohne Marketing ist zwar Produktion nichts (nicht einmal immer, es gibt Produkte, die sind so überlegen, dass sie sich von selber verkaufen). Falls Tesla für Elektromobilität stehen will, muss aber das pièce de résistance umschifft werden: der Akkumulator. Deshalb investiert Tesla in möglichst effektive Akku-Fabriken, das ist dann mehr als nur Marketing. Aber konkurrenzlos werden sie nicht sein. Interessant, die Entwicklung des Schweizer Konkurrenten Belenos unter Swatch zu verfolgen. Im Zuge der Erschöpfung der Ressourcen, nicht nur für Akkus, auch für die neuen Energien, wird Technik und Wissenschaft wieder wichtiger werden.

    • Reto Stadelman sagt:

      Bei Produkten der Landwirtschaft geht es um mehr als dem schaffen von Konkurrenzfähigkeit. Wobei der Schweiz sowieso der im Artikel erwähnte der grossräumige Handelsraum fehlt. Unsere Landwirtschaft wird nie wirklich mit den Grossen mithalten können wegen fehlenden Skaleneffekten auf allen Ebenen. Aber ich habe keine Lust darauf zu verhungern! Es geht hier um Nahrung, ein unterschätztes Gut. Nur weil wir seid Jahrzehnten nie mehr Hunger leiden mussten, bin ich noch lange nicht bereit dazu, dass ganze Know-How und die Werkzeuge aufzugeben nur weil unsere Bauern „nicht konkurrenzfähig“ sind.