47 Kommentare zu «Konjunktur, Geldpolitik und eine riesige Bilanzsumme»

  • Ueli Pächter sagt:

    Prognosen sind allgmein unsicher und sollten vermieden werden, aber bei dieser Sache kann man sich ganz sicher sein: die SNB wird ihre Bestände verkaufen, wenn sie muss. D.h., wenn die Aktien in den Keller purzeln und dann weren auch die Auslanddevisen auf den Markt gehauen. Die SNB agiert prozyklisch und nicht antizyklisch. Das muss man verstanden haben.

  • Artikel über Trading und Investments 6. Mai 18 | Pipsologie sagt:

    […] Konjunktur, Geldpolitik und eine riesige Bilanzsumme (Deutsch, nevermindthemarkets) […]

  • Alain Surlemur sagt:

    „Mario Draghi möchte dies aber auf keinen Fall und erfindet immer neue Argumente, um das Zuwarten zu rechtfertigen.“

    Nur die Wahrheit sagt er nicht. Würden die Zinsen auf 4% steigen, wie es bei einer (offiziellen) Teuerung von 2% normal wäre, würden die ganzen Olivenländer direkt Richtung Staatsbankrott marschieren. Ob die EUR-Musterschüler dann deulich besser wegkommen würden ist eine andere Frage.

    • Rolf Zach sagt:

      Ja, dass lieben die Regierungen, hohe Zinsen und wenn vor allem wenn ihre Zentralbanken darauf bestehen!
      Warum erwähnen Sie nur Draghi und trampeln auf der EZB herum, wo sie nur können. Immerhin gibt es die Maastricht Kriterien, können Sie mir etwas ähnliches für die USA erzählen?
      Ärgern Sie sich darüber, dass Sie 2014 nicht irische und spanische Staatsanleihen gekauft haben? Haben Sie die letzten Moodys-Rating über diese Länder zur Kenntnis genommen?
      Nur eine kleine Anmerkung, die Leistungsbilanz der EURO-Staaten ist gegenüber der gesamten Aussenwelt leicht im Plus, ist dies für die USA auch der Fall? Aber wir wissen ja mit himmlischem Segen, der Euro wird nächstens zusammenbrechen.

      • Alain Surlemur sagt:

        Herr Zach, vieleicht sollten Sie Ihre Posts erst nochmal lesen bevor Sie „senden“ drücken.

        Aber zu Ihren Punkten:

        Ich erwähne Dragi weil er im Artikel genannt wird. Dass die BOJ oder FED genauso sind macht die Sache an sich nicht besser. Und was die Mastricht Kriterien angeht: Machen Sie Sich nicht lächerlich. Die waren von Anfang an nicht das Papier wert auf dem sie stehen.

        Was Staatsanleihen angeht: Sowas kaufe ich nicht. Renditeloses Risiko hat in meinem Portfolio nichts verloren. Und warum erwähnen sie irische und spanische, nicht aber griechische Anleihen? Stichwort „Freiwilliger Forderungsverzicht“.

        Die Meinung der Ratingagenturen „Launisch“ oder „Gewönlich

  • Maiko Laugun sagt:

    „Ewig kann dieses Spiel aber nicht weitergehen.“

    Genau.

    Absurdität der aufgeblähten SNB-Bilanz, aufgrund der Aktivitäten der Nati, vor allem durch Stützungskäufe:

    Der CHF wurde (angeblich für Tourismus/Exportwirtschaft) geschwächt. Eigentlich müsste die Nati nun EUR verkaufen, denn sie hat ja ihr Ziel erreicht; oder nicht?

    Geht aber nicht, denn dann stärkt dies ja den CHF.

    Die Nati hortet also die Devisenbestände – und wenn der CHF aus anderen Gründen wieder steigt – dann interveniert sie wieder am Markt, mit weiterer Aufblähung der Bilanz.

    Was tut denn die SNB, wenn andere Nationalbanken Gegenmassnahmen (Kauf CHF) tätigen würden?

    Ach so, Ja, wir Heidiländer haben ja nicht nur die beste Armee der Welt. Nein, wir haben auch die beste Nati.

    • Maiko Laugun sagt:

      Bis anhin wurden nun Geschäftsbanken gebüsst. Ich warte darauf, bis auch Nationalbanken mit Milliarden-Bussen wegen Währungsmanipulationen zur Kasse gebeten werden.

      • Hans Hödli sagt:

        Sie meinen wohl vom Onkel Donald.

        • Maiko Laugun sagt:

          Grundsätzlich halte ich es für ein falsches Modell, wenn man sich auf Kosten anderer (Steuerzahler) bereichert. Das Bank-Kundengeheimnis sehe ich in diesem Sinne als kriminell.

          Dazu würde ich auch – in eingeschränktem Masse – die Aktivitäten der SNB zählen.

          Vor „Onkel Donald“ würde auch die Nati in jedem Falle kuschen. Just my 2 Cents.

    • Marcel Senn sagt:

      Maiko: „Stützungskäufe“ ist einfach der falsche Ausdruck lieber Maiko – das ist despektierlich.
      Es waren „Schwächungsverkäufe des CHF“.
      .
      Grosse Teile des Exports (Chemie,Pharma) hätten auch so überlebt, der Franken hätte 9/2011, als der Mindestkurs begann, sich mittelfristig auch auf 1.08 bis 1.15 oder gar noch höher wie z.B. aktuell eingependelt ohne SNB.
      Aber mit Stichtag heute ca 145 bis 150 Mrd Eigenkapital ist die SNB dadurch recht sexy aufgestellt, was natürlich auch Begierden weckt.
      Beim Tourismus hat es nicht viel gebracht, die haben die höchste AL-quote mit 11’300 AL akt oder 6.2% der Branche. (viele Alkoholiker??)
      .
      Vor den ganzen Uebungen hatte die SNB ein Eigenkapital von rund 60 Mrd, jetzt gegen 150 Mrd – also mind. 90 Mrd „Spielgeld“ – ist jetzt nun mal so…

      • Maiko Laugun sagt:

        @Marcel Senn: „..Grosse Teile des Exports (Chemie,Pharma) hätten auch so überlebt, ..“

        Eben, eine sinnlose Übung unter fadenscheinigen, bzw. zweckentfremdenden Gründen.

        „Spielgeld“

        Ist dies dem Bürger/Steuerzahler bewusst? Ich denke nicht. Es dürfte wohl nicht mal den Initianden der Vollgeld-Initiative bewusst sein, aus genau diesen Gründen.

        „..was natürlich auch Begierden weckt.“

        Passt dazu, gleicher Themenpunkt.

        Ein staatlicher Hedge Found, volkstümlich verkauft als ein Perpetuum Mobile.

        Gruss an Dich, von China nach Uruguay.

    • Hans Hödli sagt:

      Ob unsere Secondos in der Nati wirklich so gut sind müssen sie an der WM bei Onkel Wladimir erst noch beweisen.

      • Maiko Laugun sagt:

        @Hans Hödli: Nationalismus wird eben nur vorgegaukelt, egal ob durch die SNB oder durch die Vertreter („Secondos“) der Fussball-Nati.

        Sie sind doch (alias) Josef Marti; oder?

      • Maiko Laugun sagt:

        Jeder versucht, für sich – oder für das System- das beste heraus zu holen.

  • Marcel Senn sagt:

    Im ersten Quartal 2018 betrug das Eigenkapital der SNB 130.2 Mrd Franken, seither sind sowohl $ als auch € nochmals signifikant gestiegen und damit dürfte auch das Eigenkapital sich schon gegen die historisch rekordhohe 150 Mrd Marke zubewegen.
    Wie sich die FX Kurse dann allerdings verhalten würden, wenn die SNB jede Woche mehrere Milliarden FX auf den Markt werfen würde um CHF zurückzukaufen, ist ungewiss. Eine geballte Nachfrage nach einer im Devisenhandel doch eher unbedeutenden Nischenwährung wie dem Franken würde diesen vermutlich schon bei tiefend Mrd. Nachfragebeträgen wieder rasant in die Höhe treiben.
    Gemäss den geldpoltisch wichtigen Gelddaten, die die SNB jeweils montags veröffentlicht, herrscht schon seit einigen Monaten Ruhe an der FX-Front!

    • Rolf Zach sagt:

      Darum das Zeug ausschütten an die ETH, dies hat einen gewaltigen Multiplikator-Effekt auf langfristiger Basis und gibt in Zukunft mehr her als Investitionen in Beton.
      Es mag ja sein, dass die Zinsen in den USA auf 4 % und mehr ansteigen, aber dies wird dafür sorgen, dass dort die Inflation ansteigt. Trump und seine steinreichen Öl-Barone lieben die tertiäre Förderungen, die sehr teuer ist und große Umweltschäden verursacht. Sie wollen von Saudi-Arabien, dass es den Ölpreis hochhält, damit ihre Investitionen rentabel bleiben zulasten der US-Konsumenten. Andere investieren in Wind und Sonne, die USA nicht. Die Trump Administration fördert idiotische Investitionen und verjubelt die Steuern ihrer Bürger. Langfristig wird sich so eine Wirtschaftspolitik rächen.

      • Rolf Zach sagt:

        Trump hat gegenüber Mexiko und Zentralamerika eine komische Politik. Es ist wichtig zu wissen, dass die meisten Illegalen, die die Grenze nach den USA überschreiten, nicht Mexikaner sind, sondern aus Zentralamerika stammen.
        Trump unterstützt die US-Organisation gegen Abtreibung „Pro Life“, die in El Salvador zusammen mit der Katholischen Kirche erreicht hat, das Abtreibungen in El Salvador härter bestraft wird als Mord, auch für Frauen, die abtreiben wegen Vergewaltigung und dann wundert man sich, wenn es illegale Einwanderer nach den USA gibt.
        Diese Sache mag in diesem Zusammenhang ohne Bedeutung sein, aber es zeigt, wie diese Trump Administration tickt. Es ist nicht der durchdachte Rationalismus, es ist Proletentum. Ist dies gut für die Gewinn-Rate der ausländischen Investoren?

      • Marcel Senn sagt:

        Zach: Ich war im Jahre 2000 an den Gesprächen mit den ETH-Präsidenten dabei als Bereichscontroller des ETH Rates als wir gut 8 Mrd (für 4 Jahre) an die beiden ETH’s und die vier Forschungsanstalten ausgeschüttet haben.
        Ehrlich gesagt finde ich Ihre mantramässig vorgetragene Forderung z.B. 10 Mrd einfach an die ETH’s auszuschütten nicht sehr originell und obs dann wirklich den grossen Multplikatoreffekt ergäbe, ist alles andere als sicher.
        Sollte die SNB dann mal einen Grossteil der Bestände abgebaut haben und das EK immer noch einiges über 100 Mrd liegen, dann kann man eine Zuwendung in einen Staatsfonds überlegen, der dann auch die ETH jährlich mit wenigen hundert Mio zusätzlich unterstützen könnte, aber vorher bitte nicht. Erst die Gewinne realisieren und dann umverteilen!

        • Rolf Zach sagt:

          Grundlagen-Forschung ist schwer in Zahlen zu quantifizieren, aber kein Mensch stellt in Zweifel, dass diese für den Fortschritt der Menschheit und für den Wohlstand eines Landes von ausschlaggebender Bedeutung sind.
          Abgesehen davon, haben Naturwissenschaftler immer Appetit für Geld zur Finanzierung ihrer Forschungen. Soll die ETH Geld von unserer SNB zurückweisen? Ja, natürlich, die MIT und die Stanford University machen bei großen Summen exakt das gleiche, oder irre ich mich da?
          Die SNB soll endlich ihre Buchgewinne realisieren, solange noch Zeit ist und ihre überquellenden Devisen-Bestände kräftig abbauen.
          Abgesehen davon, sind unsere Ökonomie-Professoren (die Mehrheit davon sind Geldmengen-Theoretiker und können mit Keynes nicht viel anfangen) strikt gegen einen Wealth Fund.

    • Linus Josef Anton Huber sagt:

      Marcel, eine Frage.

      Sieht man irgendwo, woraus sich die Devisenanlagen zusammensetzen?

      Ich denke, dass diese Zusammensetzung von hoher Bedeutung sein muss, um die Situation einigermassen gut analysieren zu können.

      • Linus Josef Anton Huber sagt:

        Ich finde es eh ein wenig fragwürdig, dass eine Position, welche über 90% der Aktiven abdeckt, nicht in unterschiedliche Kategorien aufgeteilt wird.

        • Linus Josef Anton Huber sagt:

          Es hat sich erledigt, Marcel, Seite 83 des Jahresberichtes.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Die SNB hat doch so schöne viel aktuellere Data Cubes

            https://data.snb.ch/de/topics/snb#!/cube/snbcurrc

            Auch die Asset Allocation ist interessant zu beobachten, da die SNB ja kaum Cash hält sondern 79% Anleihen mit 4.7 Jahren Duration, Bonität und 21 % Aktien

            https://www.snb.ch/de/iabout/assets/id/assets_reserves

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Danke Marcel, Sie sind ein Profi mit Zahlen.

          • Rolf Zach sagt:

            Für was sind eigentlich die 50 Mrd. CHF in £ und die 29 Mrd. CHF in CAN$ gut?
            Das Pfund ist grundsätzlich eine Währung, wo die Bank of England generell dafür sorgt, dass sich die Umtausch-Relation zum $ und noch mehr zum € immer konstant schwächer zu Lasten des £ entwickelt. Natürlich sind deswegen die £ Zinsen etwas höher als beim $, aber wenn man es zusammenrechnet, verliert man als Investor an diesen Zins-Papieren langfristig konstant. Und bitte, ist das Pfund noch eine Reservewährung?
            Ebenso ist der CAN$ ein Anhängsel des US$, wobei die Bank of Canada ständig dafür sorgt, dass unter keinen Umständen sich ihre Währung gegenüber dem US$ aufwertet, eher das Gegenteil davon. Ist es deswegen nötig und logisch davon 50 Mrd. CHF in £ und 29 Mrd. CHF in CAN$ zu haben.

  • Hans Hödli sagt:

    Im von DT angezettelten Steuer- und Zollkrieg gerät die EU/EZB in Schwierigkeiten. Die Euro Länder und deren Regionen und Kommunen wären bei Protektionismus am Anschlag, die nationalen Notenbanken können immer weniger an die Finanzämter ausschütten und gleichzeitig müssen die Steuern runter während die Margen der Exporteure schmelzen würden falls die Zolldrohungen wahrgemacht werden. Folglich ist die Position von Draghi nur logisch.

  • Anh Toàn sagt:

    Die Frage ist doch, ob die SNB eine eigenständige Währungspolitik unabhängig von der EZB betreiben kann: Die letzten rund zwanzig Jahre habe gezeigt, dass sie dies nicht kann: Der CHF ist der Anti-EUR, ist der EUR schwach, flüchten 500 Millionen mit ihrem Geld in den CHF, ist der EUR stark, shorten die den CHF, so wie die ungarischen Hausbesitzer mal. Die SNB kann nur versuchen, diese Bewegungen zu glätten, die extremsten Ausschläge zu verhindern.

    • Rolf Zach sagt:

      Mit Ihrem Urteil durchaus einverstanden. Der Euro wird trotz sturer Ansicht der Anhänger vom Alten aus Herrliberg, uns noch lange erhalten bleiben. Was die EU trennt, ist einmal, wer wie viel in die Gemeinschaftskasse einzahlt und wer viel daraus erhält. In der Schweiz nicht ganz unbekannt. Über die Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten wollen wir nicht reden. Da ist ganz Europa, von links nach rechts entschlossen, die Tore noch fester zu verschließen.
      Unsere Volkswirtschaft entwickelt sich zum grössten Teil gemäß der Konjunktur in der EU und so ist es auch mit den Marktchancen. Ein Wechselkurs des SFr. ,dessen Zweck nur noch eine Schatzkästli-Funktion hat, gefällt unseren Banken, die von ihrer ausländischen Kundschaft leben. Der SFr. ist ein Anlage-Medium wie Gold.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Zitat: „Irgendeinmal ist die Bilanzsumme zu gross.“
    Warum? Die SNB riskiert doch überhaupt nichts mit ihren Devisenkäufen.
    Steigt der CHF-Kurs gegenüber USD/EURO wieder an, so kann sie getrost zukaufen. Irgendwann wird die Welt realisieren, dass die SNB weit mehr Bilanzssumme aufweist, als die Schweiz an Brutto-Inland-Produkt erzielt. Dann kippt die Stimmung an den Finanzmärkten und der CHF wird rasch und drastisch schwächer. Die importierte Teuerung steigt stark an und damit auch die Zinsen im Inland, während die SNB ihre riesigen Devisenbestände mit hohem Gewinn verkaufen kann.
    Ich finde es falsch, wenn Historiker sich zu aktuellen Themen äussern. Aus der Vergangenheit auf die Zukunft zu schliessen, funktioniert nie. Da zieht sich der Historiker zu grosse Schuhe an!

    • Rolf Zach sagt:

      Wissen Sie, was hohe Devisenbestände bedeuten? Vor allem, wenn unsere SNB hohe $-Bestände an U.S. Treasuries anhäufen. Wir finanzieren direkt Trump und seine US Milliardäre, die immer weniger Steuern zahlen. 1000 Milliarden $ Defizit der US Zentralregierung, immerhin 5 % des US Volkseinkommens von der noch grössten Volkswirtschaft der Welt.
      Wenn Sie finden, unsere SNB soll die USA wie ein gefräßiges Baby weiterhin füttern, so kann dies ihre Meinung sein, ist aber nicht die meinige.
      Die Amerikaner sind so wie der Kuckuck, sie lassen ihren Nachwuchs (ihre Volkswirtschaft) durch andere, nämlich uns, aufziehen und wir vernichten unseren Nachwuchs, d.h. wir sparen uns zu Tode.
      Die SNB sollte deshalb der ETH und den Kantonen je 10 Mrd. SFr. überweisen.

      • Hans Hödli sagt:

        Ihre Überlegung ist nachvollziehbar. Sieht man mal von der reinen Interessenlage des Establishments ab, die ja für ihre Klientel nur noch mehr sparen und Steuern senken wollen, könnte man jedem CH Bürger tausende von CHF gleich aufs Konto schreiben. Die Binnenwirtschaft ankurbeln will man aber nicht, sondern lieber weiterhin Profitmaximierung betreiben über den aussenwirtschaftlichen Kanal.

        • Maiko Laugun sagt:

          „..könnte man jedem CH Bürger tausende von CHF gleich aufs Konto schreiben.“

          Helikopter-Geld?

          System bedingte Ursachen zu bekämpfen scheint mir besser als nur die Symptome davon.

    • Linus Josef Anton Huber sagt:

      Man muss hier ein wenig aufpassen, wenn man glaubt, dass es sich um Devisenkäufe handelt. Wenn ich dies richtig verstehe, handelt es sich nicht um Devisen, welche die SNB aufkauft, sondern Anleihen und Aktien in Fremdwährungen. Sie ist damit natürlich dem Kursverlauf dieser Anlagen ausgesetzt, welchen sie nicht kontrollieren kann. Daher sind Buchgewinne mit Vorsicht zu betrachten, denn mit der gleichen Leichtigkeit, mit welcher sie eingefahren werden konnten, können sie sich auch in Luft auflösen.

  • Hans Hödli sagt:

    Die Höhe der Bilanzsumme der SNB ist nicht wirklich relevant, sie ist nämlich ausschliesslich über den aussenwirtschaftlichen Kanal entstanden, im Gegensatz zu EZB,BOJ,Fed etc. wo umfangreiche eigene Staatsanleihen gehalten werden. Da auch das Polster von EK und Bewertungsreserven kräftig angewachsen sind da nur minimal ausgeschüttet wird sind die Risiken minimal. Jedenfalls strampelt sich das Ausland für uns ab und liefert brav Zinsen und Dividenden, dies ermöglicht den Kantonen die Steuern tief zu halten. Die Bilanz kann sowieso nicht abgebaut werden weil das ausländische Fluchtgeld in die CH bei Zinserhöhung mindestens im gleichen Ausmass wieder zufliessen würde was die Bilanz automatisch wieder erhöht.

  • P.Meier sagt:

    Denken wir mal ganz weit in die Zukunft: Mit der Ausweitung der Geldmenge und der damit verbundenen Aktienkäufe wird eine neue Form von verstaatlichtem Kapitalismus etabliert. Am Ende besitzen die Zentralbanken die Aktienmehrheiten von allen relevanten Börsenkodierten Aktiengesellschaften.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Quatsch.
      1. EZB, FED und BOJ kaufen keine Aktien, sondern nur Anleihen.
      2. Die Aktienmärkte haben weltweit ein Volumen von 70’000 Milliarden USD. Die SNB hat bloss 80 Milliarden (0,11 % des Volumens) in Aktien investiert.
      3. Jede Zentralbank weiss, dass sie ihre Aufgaben verfehlt, wenn sie zu stark in die Aktienmärkte mit Direktkäufen eingreift. Die SNB hat zwar für 2 Milliarden USD Apple Aktien, doch das sind weniger als 0,25% aller Apple Aktien.

      • Johnny Smith sagt:

        @ Rothacher

        Ihre Meinung in Ehren, an die Fakten sollten Sie sich aber doch halten:

        BOJ: Die BOJ kauft massenhaft Aktien. Wenn Sie’s nicht glauben, dann googeln Sie doch kurz mal 10 Sekunden (zB Bloomberg Artikel vom 3. April 2018 „The Bank of Japan Steps Up With Record Buys of Local Stocks“ und dutzende andere Artikel…)

        SNB Apple Position: per 31.12. über 3 Mia USD (nicht 2), sie irren sich da locker und schnell mal um ein Drittel nach unten.

        Bevor Sie Ihre Meinung zum Besten geben, studieren Sie doch selber ganz kurz, worüber Sie Schreiben. Da scheinen mir Meinungen von Historikern (oder auch anderen Autoren), die sich immerhin mit der Materie befassen im Gegensatz zu Ihnen doch deutlich besser argumentiert zu sein.

        • Rolf Zach sagt:

          Johnny Smith, ich kann Ihre Ansicht nur unterstützen. Da kauft man Silicon Valley Aktien, wovon viele hochspekulativ sind und die Trefferquote für einen Gewinn unter 50 % ist.
          Aber nein, aus veralteter ideologischer Sturheit werden keine Schweizer Aktien gekauft und vor allem keine Schweizer Start-Ups. Schweizer ETH Absolventen sind anscheinend einiges dümmer als Absolventen von MIT und Stanford.
          Warum hat die SNB Vekselberg nicht gezwungen, sein ganzes Paket von Sulzer Aktien an die SNB zu verkaufen? Das wäre guter Patriotismus.
          Man hat immer noch ein Negativ-Zins-Regime, dass den wahren Schatzkästli-Jäger das Leben nicht wirklich zur Hölle macht. Man nimmt Rücksicht auf die Banken, die davon leben, um ihre überrissenen Manager-Gehälter auszuzahlen.

          • Marcel Senn sagt:

            Zach: Schweizer Aktien haben mittlerweile ein Price Earning von 24.8 – das ist noch höher als die Amis mit 21.8.
            Mit den US Tech Buden ist die SNB bislang hervorragend gefahren – sicher schon einige Milliarden Buchgewinne mit FB, Amazon, Apple & Co.
            Und CH Aktien in Franken kaufen um den Franken zu schwächen hilft überhaupt nix. Der Markt ist sowieso nicht so gross, über 80% gehören schon Ausländern und die Pensionskassen müssen ja auch noch was zum investieren haben.

          • Rolf Zach sagt:

            Senn: Ihr Einwand wegen P/E und und einer gewissen Marktenge ist sicher berechtigt, aber warum dann nicht zupacken bei der Affäre Vekselberg/Sulzer, er hat ja sowieso sein entsprechendes Paket durch Schweizer Bankkredite finanzieren lassen. Kann man ihn nicht dazu zwingen, dass ganze Paket an die SNB zu verkaufen? Es wäre für uns alle von Vorteil, wenn dieser Mann aus unserer Volkswirtschaft verschwindet.
            Ich würde auch zum Beispiel der chinesischen HNA das Leben erschweren, wo man nur kann. Diese Heuschrecke ist für unsere Arbeitsplätze Gift und finanziert sich dabei wiederum von Schweizer Banken. Es stinkt zum Himmel!

          • Anh Toàn sagt:

            „Kann man ihn nicht dazu zwingen, dass ganze Paket an die SNB zu verkaufen?“

            Das wäre Enteignung. Nun viele Staaten haben kaum Skrupel beim Enteignen von Ausländern, aber ob dies ratsam ist, wenn man den Zuzug reicher Ausländer anstrebt?

        • Marcel Senn sagt:

          Smith: Die BOJ kauft aber nur japanische Aktien resp. ETF und 7.8 Mrd $ in einem Monat sind jetzt auch nicht gerade sehr viel, hat die BOJ mittlerweile eine Bilanzsumme von akt. 5000 Mrd $ — davon 183 Mrd $ in ETF’s japanischer Aktien – also gerade mal 3.7%
          Die SNB mit rund einer 6mal kleineren Bilanzsumme hat einen Aktienanteil von 21% – also auch in etwa für 170 Mrd $ – aber Aktien weltweit!
          .
          Rothacher: die weltweiten Aktienmärkte waren Ende März 2018 mit 83.8 Bio $ bewertet, nachdem sie Ende Januar sogar 89.8 Bio erreichten.

  • Heinz sagt:

    Leider hört man wenig kritische Stimmen gegenüber der aktuellen Nationalbankpolitik. Tatsache ist aber, dass diese Politik zwar der Export- und Immobilienwirtschaft hilft (welche sowieso boomen), alle Sparer in der Bevölkerung aber sukzessive enteignet. Und Sparer sind wir über die Pensionskassen eigentlich alle.
    Eine solche Geldpolitik über Jahre fortzuführen, erachte ich als einen Skandal!

    • Rolf Rothacher sagt:

      Ein Skandal? Die Zinsen der Nationalbank spiegeln doch bloss die Wirtschaft wider. Läuft sie nicht, sind die Zinsen tief bis negativ. Läuft sie ausgezeichnet (nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit), dann gibt es Inflation und die Zinsen steigen entsprechend.
      Heute haben wir fast keine Inflation und bekommen fast keinen Zins. Wären Ihnen 6% Inflation mit 4 % Zins etwa lieber?
      Die SNB betreibt eine umsichtige, zielführende und ausgesprochen Wohlstands-schaffende Politik seit vielen Jahrzehnten. Ihre Mäkelei ist unsinnig und egoistisch. Denn auch Pensionsskassen-Versicherten nützt es nichts, wenn die Inflation hoch ist und sie dafür eine etwas höhere Mindesverzinsung erhalten. Am Ende geht die Rechnung für sie ebenfalls nicht auf.

      • Linus Josef Anton Huber sagt:

        „Heute haben wir fast keine Inflation“

        Rolf, Sie reden hier von der Inflation des Konsumentenpreisindexes. Tendenziell müssten die Konsumentenpreise in einer gut funktionierenden Volkswirtschaft aufgrund von Produktivitätssteigerungen fallen, was natürlich wäre. Die fehlerhafte ökonomische Doktrin, dass eine leichte Inflation des Konsumentenpreisindexes als positiv zu bewerten sei, wurde derart lange proklamiert, dass heute jedermann und sein Dackel daran glauben. Die inflationäre Geldpolitik und damit verbundene Währungsentwertung erzeugt längerfristig eine Reaktion: Assetblasen, welche irgendwann platzen. Also passen Sie auf, wenn man Ihnen klarmacht, dass keine Inflation vorherrscht!

    • Hans Hödli sagt:

      Dank Tiefstzinsen haben die Pensionskassen 2017 mit 8% performt. Nur nützt dies den Versicherten nichts, da der PK Verwalter dies einsackt und den Aktiven gesagt wird, ihr müsst eure anwartschaftliche Rente mit einem fast risikolosen Zinssatz von ca. 2% erwirtschaften.

      • Roli sagt:

        Die Erträge der Pensionskassen sind abhängig von der Asset Allokation und werden durch die Negativzinsen auf dem Cashbestand belastet. Negativzinsen haben höchstens geholfen die Sachwerte aufzublasen und jetzt haben die Pensionskassen rechnerisch höhere Bilanzen. Wehe die Luft geht raus, dann sind alle wieder in Unterdeckung!
        Die SNB müsste zuerst (sofort!) die Negativzinsen für PK’s abschaffen, aber das interessiert die nicht! Da müssten die Politiker endlich aktiv werden!