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17 Kommentare zu «Keine Entwarnung im Währungskrieg»

  • Alex sagt:

    Nur weil die SNB dieses Jahr keine Intervention durchgeführt hat ist alles in Butter. Funktioniert so dieses Stock and Flow? Ich präsentiere nur die mir genehmen Daten. Erinnert sei übrigens zum Thema Dollar-Intervention das Dollar-Smiley (10.Mai.2019).

    Warum hängt eigentlich China und Trumps Geschwafel an der Bedeutung der Kriterien (insbesondere gegenüber anderen Staaten)? Soweit für mich bemerkbar versucht China eine Veränderung durchzuführen (es ist ein „Entwicklungsland“). Kein wunder Punkt im volkswirtschaftlichem Diskurs. Gibt es eigentlich Staaten die dagegen verstoßen haben und Konsequenzen dafür tragen?

    Ich sehe Kritik am schlechten Maßstab (statische Größen, Zeitfaktor, Eurozone fragmentiert) und den willkürlichen Grenzen ab wann man ein Währungsmanipulator ist.

  • Josef Marti sagt:

    Das Lamentieren von Jordan bestätigt scheinbar, dass die jahrzehntelange steuerpolitische Rosinenpickerei und Dumpingpolitik der CH jetzt auf die Füsse fällt.

  • Josef Marti sagt:

    Was Jordan als besonders ungerecht findet ist dass die CH Headquarters von ausländischen Multis Gewinne thesaurieren und wenig an die wiederum mehrheitlich im Ausland befindlichen Aktionäre ausschütten; dadurch resultiere ein ungerecht hoher Zinsen-/Dividendensaldo auf der NIIP. Die NIIP selbst sei eher stagnierend da der starke CHF auf die Bewertung des Auslandsvermögens drückt während handkehrum wegen ausländischer Inflation und dort höherer Zinsen der Zinsen-/Dividendensaldo (Flussgrösse) übermässig hoch ausgewiesen sei.

    • Claire Deneuve sagt:

      Marti: Mal abgesehen davon dass wir per Capita die wohl höchste NIIP der Welt haben mit über 100’000 ist ihre Erklärung schon ziemlich weit hergeholt.
      Die CH hat Currencydeterminiert in nur CHF im Ausland Assets für „nur“ 408 Mrd, während die Ausländer Assets in der CH auch in CHF für 2’475 Mrd haben – also einen ziemlichen Schübel mehr.
      Die NIIP hat sich übrigens seit einem Einknicker ab 2013 auf 590-650 Mrd wieder prächtig erholt auf 884 Mrd 2018.

      https://data.snb.ch/en/topics/aube#!/cube/auvercurra

  • Josef Marti sagt:

    Jordan versucht den CH LB Überschuss wegzureden mit statistischen Verzerrungen, Inflationsdifferenzen zum Ausland und einer Übergewichtung der Pharma und des Transithandels. Letztere entsprechen aber genau der bisherigen CH Steuerdumpingpolitik für die Anlockung ausländischer Headquarters in der CH. Sodann seien die in der 2. Säule übermässig zwangssparenden überalterten CH Bürger am LB Überschuss schuld, offenbar sparen und investieren diese (resp. die PK Verwalter) zu wenig im Inland.

    • Claire Deneuve sagt:

      Marti: Sie wollen also dass unsere PK’s noch mehr Geisterstädte in der Peripherie bauen um dann mit allen möglichen Verzweiflungsaktionen wie Geschenkgutscheinen und Gratismieten Mieter zu finden??
      .
      Die Schweiz hat mit einer Bruttoinvestitionsquote von 24.5% des BIP immer noch eine wesentlich höhere Quote als die EU mit 20.5% oder den Amis mit 20.8%!

      http://wko.at/statistik/eu/europa-investitionsquoten.pdf
      .
      Und nein Herr Marti, die Randsteine müssen wir jetzt nicht auch noch vergolden.

  • Marcel Senn sagt:

    Als erstes sollten wir mal dieses helvetozentristische Weltbild ablegen und nicht die Zahlen der eidgenössischen Zollverwaltung herbeiziehen sondern die des US Census, dann da ist der Ueberschuss der CH mit 18.907 Mrd etwas geringer als die CH Zollverwaltungszahlen mit 19.5 Mrd (kann FX Umrechnungskursbedingt sein oder wegen Goods in Transit)
    .
    Für die Amis zählen primär die Amistatistiken.
    https://www.census.gov/foreign-trade/balance/c4419.html

  • Josef Marti sagt:

    Dasselbe Theater hatten wir praktisch identisch mit Reagan in den 80ern betreffend Japan. Das prozyklische Defizitspending mit Doppeldefizit von Haushalt und Handelsbilanz führt logischerweise zu einer viel zu tiefen nationalen Sparquote in den USA. Würden die Amis jedoch plötzlich zu bünzligen deutschen Sparfüchsen hätten Länder wie China, Japan usw. ein gewaltiges Problem mit ihrer Überschussproduktion resp. deren BIP würde regelrecht einbrechen.

    • Claire Deneuve sagt:

      Nun Herr Marti, wenn Sie die Tüütsche als bünzlige Sparfüchse bezeichnen, dann wäre eine äquivalente Bezeichnung für die Amis im dem Falle wohl „überbordende unfähige Konsumidioten“!

  • Rolf Zach sagt:

    Diese Tabelle der Amerikaner ist so widersprüchlich wie ihre Wirtschaftspolitik.
    1. Alle Länder der Euro-Zone sind als Einheit zu betrachten, was auch auffällt, dass sie in der Rubrik der FX-Interventionen nicht auftauchen, da zählt nur die Interventionen der EZB und diese kauft keine Dollars, sondern nur Staatsanleihen ihrer Mitglieder und da ist nur Griechenland für Anleger ungeeignet. Bitte kommt nicht wieder mit Italien, diese Katze beißt sich selber in den Schwanz.
    2. Eine Konsequenz davon ist, dass die EZB bei einer Änderung der Austausch-Relationen des Euros zum Dollar sehr geringe Verluste auf ihrem Devisenbestand erleidet. Dies im Gegensatz zu unserer SNB, die zusammen mit der Bank von Japan und der chinesischen Volksbank erhebliche Verlust auf ihren $-Beständen einfahren.

    • Rolf Zach sagt:

      Die Zahlen betreffend Leistungsbilanz-Überschuss von Ländern wie Deutschland und der Niederlande als Mitglieder der Euro-Zone sind eigentlich irrelevant, wie auch diejenigen Euro-Länder, die ein Defizit in ihrer Leistungsbilanz aufweisen. Interessiert jemanden das Leistungsbilanzdefizit des Kantons Uri oder die Leistungsbilanz-Überschüsse der Kantone Genf oder Zug? Natürlich sind mir die Einwände dagegen bekannt, dass die €-Zone nicht so verzahnt ist wie die Schweiz. Wo gehen dann die Dollars hin, die Deutschen in den USA erwirtschaften? Die amerikanische Autozubehör-Industrie wird systematisch von Deutschen aufgekauft und sonst lieben alle Europäer den US-Aktienmarkt mit der Besonderheit von Silicon Valley. Da zu spekulieren ist eine Freude, wie lange noch?

    • Beat Zingg sagt:

      Handelsüberschüsse werden dort erzielt, wo entweder günstiger und/oder besser produziert wird. China, Mexiko etc. scheinen da Exportweltmeister. Globalisierung lässt grüssen. Mich würde aber interessieren, was denn die USA so viel aus Belgien und Hong Kong importieren. Belgien? Ist damit die EU gemeint? Und wenn ja, was aus der EU?

      • Rolf Zach sagt:

        Belgien hat den Hafen Antwerpen und Holland Rotterdam. Aufgrund dieser geographischen Lage importieren sie aus den USA Rohstoffe und Halbfabrikate, veredeln diese zu Fertigwaren und exportieren sie vornehmlich nach Deutschland und Frankreich, wobei beide Staaten gegenüber diesen Ländern beträchtliche Handelsbilanz-Überschüsse aufweisen. Diese beiden Länder sind ein gutes Beispiel für den gemeinsamen europäischen Markt mit starker Zusammenarbeit. Ohne diesen Zusammenhang würden beide am Hungertuch nagen. Es ist unlogisch für die USA einzelne Länder der Euro-Zone herauspicken und zu beschuldigen, auch bei der EU als gesamtes. Handelskrieg können sie nur mit der ganzen EU machen. Quelle Trading Economics, WITS und Eurostat.

        • Rolf Zach sagt:

          Natürlich haben Deutschland und Frankreich Handelsbilanz-Defizite gegenüber Belgien und Holland und nicht umgekehrt, aber innerhalb der EU und erst innerhalb der Euro-Zone kann man die entsprechenden Defizite und Überschüsse vernachlässigen, die Finanzierung ist in einem einheitlichen Währungsgebiet anders als im Handel mit unterschiedlichen Landeswährungen, auch wenn die Reservewährung $ für diesen Außenhandel benützt wird.
          Was passiert interkantonal in der Schweiz? St.Galler Handwerker arbeiten in der Zürichsee-Gegend und bieten tiefere Offerten an, weil sie geringere Kosten haben. Gibt es deshalb eine Lega in St.Gallen und in Zürich eine AfD?

        • Alex sagt:

          Es wäre für mich interessant zu wissen aus welchem Grund die Eurozone oder die EU noch nicht als alleinige wirtschaftliche Identität gesehen wird, worin sich die beiden noch divergieren und ab wann es ein „Staat“ ist (aus VWL-Sicht). Es geht um die wirtschaftliche nicht die politische Einheit.