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9 Kommentare zu «Verkehrte Welt in Europa»

  • Anh Toàn sagt:

    „Worin besteht das Erfolgsgeheimnis? Sowohl Spanien als auch Portugal können auf eine solide Binnennachfrage bauen.“

    Es werden weitere Argumente aufgezählt, aber dieses steht meines Erachtens zu Recht an erster Stelle. Die Binnennachfrage ist etwas, was die supply-side-trickle-down-Voodoo Ökonomen nicht interessiert. Auch in diesem Blog wurde in unzähligen Artikeln erläutert, dass Spanien und Portugal ohne Abwertung der Währung (oder innere, durch tiefere Löhne wie D) keine Chance auf Erholung haben, weil keine Exportchancen.

    Wenn alle Volkswirtschaften nur die Bedienung des ausländischen Konsums anstreben, ist dies ein „rat race“.

  • Claire Deneuve sagt:

    Na dann wollen wir doch mal schauen, was dieses Thomas Cook Ereignis für Spuren im aufkeimenden Tourismussektor des Club Meds hinterlässt.
    Die Griechen z.B. sehen mit diesem Ereignis auf jeden Fall ganz düstere Wolken heraufziehen, bis diese Lücke wieder geschlossen sein wird, wirds wohl eine Zeitlang dauern.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Das mit den Spannungen USA-China als Auslöser ist falsch. Es ist der Kredit-Zyklus, der langsam aber sicher dem Ende zustrebt. Alle, Staaten, Unternehmen, Private haben seit 2008 MASSIV an Schulden aufgebaut. Mit dem Gratis-Geld der Zentralbanken wurde die Party 10 Jahre gefeiert. Doch irgendwann setzt der Kater ein, denn irgendwann geht jedes Saufen zu Ende.
    Nur wird es diesmal wohl ein ziemlich langer und bösartiger Kater sein. Mal schauen, ob wir in 5 Jahren nicht alles Genossen sind, in einem Wirtschaftssystem, das uns vielleicht noch genug zum Überleben bietet.

    • K.A. Barett sagt:

      @Rolf
      Eine düstere Prognose. Völlig aus der Luft gegriffen ist diese aber nicht. Man kann sich ein sehr negatives Szenario einfach nicht vorstellen. Die relevante Verschiebung von sozio-ökonomischen Parametern wird nicht wahrgenommen. Am Ende gilt aber das Churchill-Zitat: „Prognosen sind immer dann schwierig, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen“.

    • Claire Deneuve sagt:

      Rothacher: Ja die fetten Jahre gehen langsam dem Ende zu, der Spätfinanzkapitalismus überwindet sich längs wie mehr selber, da brauchts nicht mal mehr eine Tamara Funiciello dazu.
      War ja auch nur eine Illusion damals von Frau Thatcher mit dem Big Bang 1986 und der zunehmenden Deregulierung und Financialisation der Wirtschaft eine nachhaltig anhaltendes Finanzparalleluniversum zu kreieren. Die Party fand vor allem in der Finanzindustrie statt, die sich reichlich von diesem Kuchen bedient haben, aber da immer mehr Marktteilnehmer in der Finanzindustrie auftauchten, gibts mittlerweile für viele nur noch Brösmeli auch wenn die ZB den Kuchen virtuell mit QE, ZIRP etc noch versuchen zu vergrössern.
      Die Financialisation der Wirtschaft war vermutlich die grösste Illusionen aller Zeiten!

    • Claire Deneuve sagt:

      Rothacher: Dann stellen Sie sich mal drauf ein, dass Sie auf Ihre alten Tage mal in einer Form von Sozialismus 2.0 leben werden, entweder in einer milderen Form wie sozialer Marktwirtschaft oder auch in einem etwas forcierteren Sozialismus. Kommunismus wirds ja wohl nicht werden, dafür sind die Erfahrungen mit demselbem zu schlecht, Orden für die Helden der Arbeit taugen zu wenig als Anreiz.
      Und wenn es ganz dumm für Sie laufen sollte und der Klimawandel schon in den nächsten Jahren massiv akzelerieren, dann gibts noch den Oekostalinismus obendrauf dazu wie das in China schon anfängt!
      https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/asien-und-ozeanien/die-strengste-muelltrennung-der-welt/story/24308117
      .
      „Brave new World“ – alles was Sie nie wollten, aber bekommen könnten Rothacher!

    • Rolf Zach sagt:

      Ich bitte nur alle Schwarzseher mal die Zahlen von der Euro-Zone mit denjenigen der USA zu vergleichen. Alle sagen die USA sei ein blühendes Land, für mich aber ein Koloss auf tönernen Füssen. Die Zahlen sind nicht gerade so katastrophal wie diejenigen von Großbritannien, aber auch nicht das gelbe vom Ei.
      Der US$ ist die Weltreservewährung und deshalb kann die USA ihre $ drucken über die eigenen Bedürfnisse hinweg und sich im Ausland verschulden wie es ihr behagt. Gilt dies für ewig und immer? Nach unserer SNB schon, bei 70 Rappen für 1 $ hat sie einen Verlust von mindestens 50 Milliarden SFr, bei ihrem £-Bestand wollen wir gar nicht fragen. Der ist unterwegs. Wir Schweizer und besonders unsere Banken lieben es sich für die Amerikaner zu opfern.

      • Claire Deneuve sagt:

        Zach: Am 30.9. wurde die 2. vollständige Budgetperiode von Donald dem Verschwender abgeschlossen.
        Binnert zwei Jahren vom 1.10.2017 ist die Verschuldung der Treasury von 20.244 Billionen auf 22.719 Billionen $ gestiegen – total um 2.475 Bio also rund 1.24 Bio pro Jahr und das in einer Hochkonjunktur mit Vollbeschäftigung! Das muss ihm erst mal einer nachmachen!
        Und sollte sich 2020 die Wirtschaft verdüstern, da werden es vermutlich noch hunderte von Mrd mehr werden pa.
        .
        Aber was will man von einem Mehrfachbankrotteur als Präsident auch gross was anderes erwarten!!

  • Hannes Berkovic sagt:

    Illusorisch zu denken, dass dieses Flämmchen Bestand hat bzw ist es nur ein sehr temporäres Phänomen. Starke Abhängigkeit vom Tourismus als auch von den Aufträgen eines starken Kerneuropas bieten diese Länder keine eigene starke Industrie / Innovation / Wettbewerbsfähigkeit und profitieren von der letzten Welle der erfolgreichen letzten Jahre. Insofern greift die Analyse eher kurz.